01.12.2011

von B°-MS / Michael Horling

"anders:wo"

Die zweite Triennale für zeitgenössische Kunst soll wieder ein Sprungbrett für junge Künstler werden.

Dr. Erich Schneider und Hans-Peter Miksch

Sebastian Stumpf hat es vorgemacht. Der mittlerweile in Leipzig lebende Würzburger war 2009 einer von 23 fränkischen Künstlern, die bei der ersten Triennale für zeitgenössische Kunst in der frisch eröffneten Schweinfurter Kunsthalle ihre Werke ausstellen durften. Eine Jury wählte damals die Künstler aus und prämierte am Ende auch einen Gewinner. Stumpfs Lohn war eine eigene Ausstellung seiner Videoproduktionen und Fotografieren mit dem Titel "a way", die derzeit und noch bis zum 12. Februar 2012 in der großen Halle zu sehen ist. Nun stellten die Verantwortlichen das Motto der zweiten Triennale vor, die im Drei-Jahres-Rhythmus immer wieder ins einstige Ernst-Sachs-Bad zurückkehren soll.

Am 5. Juli 2012 heißt es "anders:wo". Wieder wird der Fokus auf Franken gerichtet sein und sollen 20 bis 25 Künstler aus den drei Regierungsbezirken ihre möglichst frischen Werke zeigen können. Was diesmal anders ist als bei der Premiere: Mit Hans-Peter Miksch sucht ein Kurator seit einiger Zeit die Künstler aus. Der 57-Jährige ist der Leiter der Kunst Galerie in Fürth. "Er kennt die Szene", glaubt Dr. Erich Schneider. Der Leiter der Museen und Galerien der Stadt Schweinfurt und des Kulturamts will mit der Wahl Mikschs zum Einrichter der Triennale "die Subjektivität zum Prinzip erheben". Gleichwohl aber erzeuge "die Summe der Ausstellungen einen objektiven Spiegel des Kunstschaffens".


Klingt geschwollen, ist es aber nicht unbedingt. Auch Mikschs Motto für eine große Offenheit der Ausstellung erklärt sich schnell. Eine gewisse Breite an Kunst soll es sein, die diesmal nicht im Untergeschoss zu sehen sein wird, sondern in der großen Halle mit der Empore. "anders:wo" soll helfen, ein spezielles Thema für die Gruppenausstellung zu vermeiden und sie zu öffnen. Für sechs Positionen hat sich der Kurator bereits entschieden. Während bei der ersten Triennale eine Jury Fotos von rund 400 Bewerbern begutachtete, um sich zu entscheiden, bereist Hans-Peter Miksch seit September bereits Ateliers, machte erste Zusagen und weiß von zunehmendem Interesse durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Bis März sollten alle Kunstschaffenden feststehen. Dann beginnt die konkrete Vorbereitung auch für einen Katalog.

Miksch verpflichtete bereits den Ungarn Szilard Huszank, seine Malereien zeigen u.a. im Kopf entstandene Landschaften. Mareike Drobny aus Neustadt/Aisch studierte in Bonn und lebte lange in Hiroshima. Eine Chinesin, die in Nürnberg studierte, besuchte Miksch genauso wie eine Rumänien-Deutsche. Der Blick auf Migranten und Weitgereiste ist bewusst gewählt. Man denke an das Motto "anders:wo". Der Bezug zu Franken aber ist wichtig. Genauso der Querschnitt durch die verschiedenste Kunst. "Wenn ich drei, vier Bildhauer eingeladen habe, dann ist ein bestimmter Platz in der Halle besetzt. Dann muss ich mehr an die Wände denken", weiß Miksch.


Auch wenn es keine Altersbeschränkung gibt, "so geht es tendenziell um junge Künstler und Kunst. Ich habe mir aber trotzdem erlaubt, Hans Karl Kandel einzuladen", sagt der Kurator über den schon über 60 Jahre alten Bildhauer. Auch Maler und Kulissenbauer Oliver Boberg wird in Schweinfurt vertreten sein, ebenso der Nürnberger Sebastian Kuhn mit höchst außergewöhnlichen Skulpturen. "Säulen" sind es für Miksch, "die ich brauche zum Pflöckeeinschlagen". Soll heißen: Das Grundgerüst der zweiten Triennale steht. "Die erste war schon sehr gut. Doch man kann alles im Leben besser machen. Das ist der Anspruch, den wir haben", sagt Dr. Erich Schneider.

"Ein Sprungbrett für junge Künstler" soll es wieder sein, die sich unter der Mailadresse trie12(at)nefkom.info mit Fotos von Arbeiten bewerben oder diese sowie Kataloge bis zum 18. März 2012 an die Kunst Galerie Fürth, Königsplatz 1, 90762 Fürth, direkt an Hans-Peter Miksch senden können. Eine Jury von fünf bis sieben Personen wird nach dem 23. September 2012 und dem Ausstellungsende wieder einen "Sieger" küren, der in den Monaten bis zur dritten Triennale für zeitgenössische Kunst dann erneut als Preis eine eigene Ausstellung gewinnt. Die anderen Kunstschaffenden können aber genauso darauf hoffen, dass sie bekannter werden oder dass der Schweinfurter Kunstverein wie beim letzten Mal wieder das eine oder andere Stück für die eigene Sammlung käuflich erwirbt..

Wer sich bewerben möchte, kann bis zu 5 Fotos (jpg-Format, maximal 3MB) einsenden. Die Werke sollten sich auf das Motto der Ausstellung beziehen.


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