11.08.2017

von Stiftung Warentest B° RB

Neue Tablets

Stiftung Warentest. Neue Tablets von Microsoft, Samsung und Apple: Stark, groß, teuer

Drei Riesen im Vergleich: Das neue Microsoft Surface Pro tritt gegen das Apple iPad Pro und das Samsung Galaxy Book 12 LTE an

Surface Pro, Galaxy Book 12 LTE, iPad Pro Wifi + Cellular: Die drei neuen Tablets von Microsoft, Samsung und Apple ermöglichen mehr als Internetsurfen und Spielchen daddeln. Mit ihren leistungs­starken Prozessoren, großen Bild­schirmen und (optional) anschließ­baren Tastaturen laden sie zum Arbeiten ein und konkurrieren eher mit Ultra­books. Leider auch beim Preis (rund 1 000 bis 1 600 Euro). Unser Schnell­test klärt, für wen sich die Anschaffung lohnt.

Mit Tastatur und Stift über 1 000 Euro

Wer eines der drei neuen großen Tablets von Microsoft, Samsung und Apple sein Eigen nennen will, muss tief in die Tasche greifen. Am güns­tigsten ist ausnahms­weise mal Apple. Die von uns geprüfte Variante mit 256 Gigabyte Speicher und LTE kostet 1 140 Euro. Für unseren Test haben wir außerdem das Smart-Keyboard für 176 Euro und den Pencil für 106 Euro dazu gekauft. Alles zusammen kostet dann 1 422 Euro. Auch beim Microsoft Surface haben wir zum Tablet für 1 410 Euro den Surface Pen (106 Euro) und die Alcantara-Signature-Type-Cover-Tastatur (141 Euro) in den Einkaufs­wagen gepackt. Gesamt­preis: 1 657 Euro. Samsung liefert Tastatur und Stift zum Galaxy Book 12 gratis dazu. Kosten­punkt 1 630 Euro.

Tipp: Viele weitere Tablets mit Tastatur, die zum Teil deutlich güns­tiger sind, finden Sie in unserer Test­daten­bank. Sie enthält Test­ergeb­nisse sowie Ausstattungs­details und Produktfotos zu insgesamt 136 von uns getesteten Tablets.

Flexibel einsetz­bar

Die beiden Geräte von Samsung und Microsoft kommen mit dem Betriebs­system Windows 10 Pro, das Apple iPad Pro läuft auf iOS in der gerade aktuellen Version 10. Alle drei Tablets lassen sich dank abnehm­barer Tastatur, Stift und Touchbedienung flexibel einsetzen. Mit der Tastatur lassen sich längere E-Mails bequemer als direkt auf dem Bild­schirm tippen. Wird die Tastatur nicht gebraucht, etwa beim Surfen auf der Couch, lässt sie sich bequem wegklappen. Ebenfalls praktisch: Wer im Meeting mitschreibt oder vor Langeweile kleine Skizzen zeichnen will, kann das mit dem Bedienst­ift nun auch digital tun. Besonders das Wind­ows-Betriebs­system eignet sich für alle, die auch unterwegs produktiv arbeiten wollen. Nutzer können so die gleiche Software wie auf ihrem Wind­ows-Rechner zu Hause oder im Büro benutzen. iOS wird sich mit dem angekündigten Update auf iOS 11 im Herbst aber auch weiter an MacOS annähern.

Mit 256 Gigabyte Speicher – zumindest theoretisch

Alle drei Geräte sind mit 256 Gigabyte Speicher deklariert. Das ist nicht üppig. Wer die Geräte als Haupt­rechner benutzt, kommt um eine externe Fest­platte auf Dauer wohl nicht herum. Zumal bei den zwei Wind­ows-Tablets schon bei Auslieferung mehr als 50 Gigabyte durch das Betriebs­system belegt sind. Apple macht es besser. Das iPad hat immer noch 246 Gigabyte frei. Allerdings können Nutzer hier im Gegen­satz zu den Tablets von Microsoft und Samsung den Speicher nicht per SD-Karte erweitern, so dass auch hier auf Dauer ein externer Speicher unver­meidlich sein dürfte.

Samsung beim Display vorne

Die Displays aller drei Geräte sind auf Top-Niveau. Apples iPad Pro bietet mit 2 732 mal 2 048 Bild­punkten die höchste Auflösung und mit 32,8 Zenti­metern die größte Diagonale. Der Bild­aufbau könnte allerdings einen Tick schneller sein. Auch der Schwarz­wert dürfte höher sein. Von den drei Tablets hat das Samsungs Galaxy Book zwar mit 2 160 mal 1 440 Pixeln die geringste Auflösung und mit 30,4 Zenti­metern auch die kleinste Diagonale, sein OLED-Display über­zeugt aber insgesamt am meisten. Wie bei dieser Technik zu erwarten, punktet es mit einem tiefen Schwarz und schnellem Bild­aufbau. Die Entspiegelung ist allerdings schwach. Ein klein wenig schlechter als bei Apple und Samsung schlägt sich der Bild­schirm des Surface Pro. Er hat eine Auflösung von 2 736 mal 1 824 Bild­punkten und eine Diagonale von 31,2 Zenti­metern. Ähnlich wie beim Apple könnte auch beim Microsoft der Bild­aufbau schneller sein. Zudem stellt das Tablet Farben etwas unnatürlich dar.

Apple und Microsoft punkten beim Akku

Beim Akku wiederum muss sich Samsung im Vergleich zur Konkurrenz hinten anstellen. Während wir mit dem iPad Pro 11 Stunden und 20 Minuten im Internet surfen konnten, und das Surface Pro immerhin 9,5 Stunden schaffte, kam das Samsung Galaxy Book gerade mal auf 7 Stunden und 20 Minuten. Ähnlich siehts beim Video­gucken aus, wo das Surface Pro auf 12 Stunden und 40 Minuten kam und das iPad auf 13 Stunden. Das Samsung muss nach guten 10 Stunden wieder ans Lade­kabel. Von wo es immerhin auch schnell wieder weg kann: Nach 2,5 Stunden ist das Galaxy Book frisch befüllt. Nur wenig länger dauert es beim Surface. Geduldiger müssen Besitzer des Apple iPad Pros sein. Hier gehen für einen Aufenthalt an der Strom­tank­stelle fast 5 Stunden drauf.

Samsung und Apple mit LTE

Unterschiede zeigen sich auch bei der Ausstattung. Mit dem iPad und dem Samsung Book können Nutzer unterwegs auch ohne WLan schnell ins Netz. Ein einge­bautes LTE-Mobil­funk­modem stellt die Verbindung her. Voraus­gesetzt, Besitzer statten das Gerät mit einer Sim-Karte und dem passenden Tarif aus, und der Empfang vor Ort stimmt. Beim Surface fehlt diese Möglich­keit bisher. Eine Variante mit LTE-Mobil­funk­modem ist zwar angekündigt, aber noch nicht auf dem Markt. Sie dürfte nochmals teurer sein als die reine WLan-Variante im Test. Ansonsten punktet beim Thema Ausstattung das Samsung mit zwei modernen und schnellen USB-Typ-C-Anschlüssen. Beim Surface gibts immerhin einen USB-Anschluss nach älterem Stan­dard und einen Mini-Displayport zum Anschluss externer Bild­schirme. Apple ist gewohnt minimalistisch unterwegs. USB-Anschlüsse gibts natürlich keine. Ein Light­ning-Anschluss steht bereit, um das Gerät aufzuladen oder externe Geräte anzu­schließen. Letzteres erfordert meist den Einsatz eines entsprechenden Adapters. Einen Kopf­hörer­anschluss bieten alle drei Tablets.

Fazit: Samsung für Wind­ows-Nutzer besser, iPad toppt Vorgängermodell

Mit Bild­schirm­diagonalen von über 30 Zenti­metern und einem Gewicht von mehr als einem Kilo mit Tastatur sind alle Geräte recht groß und sper­rig für ein Tablet. Schon deshalb dürften die drei Riesen unterwegs nur bei Menschen zum Einsatz kommen, die ernst­haft mit ihnen arbeiten und nicht nur im Internet surfen wollen. Das macht sich vor allen Dingen im Portemonnaie bemerk­bar. Mit Preisen von deutlich über 1 000 Euro spielen die Geräte in der Ultra­book-Liga. Sie sind für alle interes­sant, die sich die Flexibilität bewahren wollen, ihr Gerät wahl­weise mit Stift, Tastatur oder per Fingertipp bedienen zu können, oder die Tastatur mal beiseite legen möchten. Für Wind­ows-Nutzer ist das Samsung Galaxy Book insgesamt die etwas bessere Wahl, weil es üppiger ausgestattet ist und ein brillantes Display hat. Dafür ist die Akku­lauf­zeit etwas kürzer als beim Microsoft Surface Pro. Apple-Nutzer bekommen mit dem iPad Pro das beste iPad, das wir bisher im Test hatten.

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