21.06.2017

von JD-B° RB

Ohne Üben wird's gefährlich

Pedelec-Fahrer sollten Unfallrisiken und Geschwindigkeit nicht unterschätzen

Der Helm sollte auf dem Zweirad zur Standardausstattung gehören - erst recht, da die Zahl der Unfälle mit Elektrorädern sprunghaft angestiegen ist

Immer mehr Bundesbürger tauschen ihr Auto gegen das Fahrrad ein, um zur Arbeit zu gelangen. Selbst längere Strecken oder bergige Etappen stellen dabei kein Problem mehr dar - Pedelecs sei Dank. Zweiräder mit elektrischem Motor für den eingebauten Rückenwind gibt es in zwei Versionen. Als etwas langsamere Version, dem Pedelec, oder als schnelles und somit zulassungspflichtiges E-Bike. Zwei Millionen Zweiräder mit Extraschub sind nach Meinung von Fachleuten bereits auf Deutschlands Straßen unterwegs. Die Experten warnen allerdings: Höhere Geschwindigkeiten und eine stärkere Beschleunigung bedeuten auch größere Unfallrisiken.

Vorfahrt für Sicherheit


Pedelecs verfügen über einen Akku sowie einen Elektromotor, der den Fahrer beim Tritt in die Pedale unterstützt - und zwar bis zu einer Geschwindigkeit von maximal 25 Stundenkilometern. Jenseits dieses Tempos kann der Fahrer weiter beschleunigen, aber nur aus eigener Kraft. Der Motor schaltet sich dann selbsttätig ab. "Egal bei welchem Tempo, Pedelec-Piloten sollten immer beachten, dass sie über keine Knautschzone an ihrem Gefährt verfügen und somit die Verletzungsrisiken bei einem Unfall stets groß sind", warnt Christian Sprotte von der BG ETEM. Sicherheit sollte daher stets Vorfahrt haben, der Helm sollte auf dem Zweirad zur Standardausstattung gehören - erst recht, da die Zahl der Unfälle mit Elektrorädern sprunghaft angestiegen ist.

Deutlich stärkere Beschleunigung

Ungewohnt ist beim Umstieg auf ein Pedelec insbesondere die deutlich stärkere Beschleunigung, etwa in Form des Extraschubs beim Tritt in die Pedale. "Anfänger sollten mit niedrigen Unterstützungsstufen beginnen und dann erst allmählich steigern, um sich an das neue Fahrgefühl zu gewöhnen", empfiehlt Christian Sprotte. Zudem müsse man, wie üblich im Verkehr, auch für andere mitdenken: Pedelecfahrer sollten Situationen sogar schneller einschätzen können, um richtig zu reagieren - im Umgang mit Autos ebenso wie mit Fußgängern.

Wichtig ist zudem das richtige Bremsen: Höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten und das Mehrgewicht von Motor und Antrieb verlangen eine stetige Bremsbereitschaft. Um eine Vollbremsung sicher hinzulegen, sollte man beachten: Das Vorderrad kann bei zu kräftigem Bremsen blockieren, das Hinterrad ausbrechen. Viele weitere Tipps um das sichere Fahren mit dem Pedelec gibt die Ratgeberzentrale unter www.rgz24.de/verkehrssicheres-fahrrad.

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