Das Zeughaus

Einst stand auf dem Platz "Am Zeughaus" die Rossmühle, diese fiel wahrscheinlich dem zweiten Stadtverderben 1554 zum Opfer und so wurde in der wirtschaftlichen Blütezeit, Ende des 16. Jahrhunderts, hier das Zeughaus erbaut.

Der Renaissancebau, errichtet in nur zwei Jahren 1589 und 1590, diente als reichsstädtisches Waffenarsenal für die Geschütze der Stadt und die dazugehörige Munition.

Vor dem Zeughaus wurde damals der Saumarkt abgehalten und morgens wurde das Vieh durch die angrenzende Bauerngasse zu den Weideplätzen vor der Stadtmauer getrieben. Dies wurde den Stadtvätern jedoch im 19. Jahrhundert dem Stadtbild nicht mehr gerecht und man verbot 1861 das Austreiben des Viehs durch Schweinfurter Gassen.

Am Treppenturm des Zeughauses kann der kaiserliche Doppeladler mit dem Wappen von Rudolf II. (1567-1612), damaliger Kaiser zur Bauzeit des Gebäudes, bestaunt werden.

Erst im 19. Jahrhundert ist wieder eine Verwendung des Gebäudes belegt.
Es tat als Kaserne seine Dienste, gelangte jedoch später in den Privatbesitz des Schweinfurter Industriellen Wilhelm Sattler, der 1827 die beiden Vorbauten und einen später wieder abgebrochenen Außenkamin errichten ließ. Seine Initialen finden wir im Westanbau.

Das repräsentative Gebäude gefiel auch dem Verleger des Schweinfurter Tagblattes, Hans Helfrich, der 1935 das Zeughaus vom Unternehmen Sattler erstand.

Nach und nach wurde es als Zeitungshaus ausgebaut und blieb bis 2009 für die Mediengruppe der Mainpost das Schweinfurter Domizil.

Nach dem Umzug des Verlag- und Druckhauses wird nun über eine neue Nutzung von Seiten der Stadt Schweinfurt nachgedacht.
 

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