Spitaltorbrücke und Jungfernkuss

In der Schultesstraße finden wir zwei weitere historische Zeugnisse des alten Schweinfurt.

Neben der heutigen Musikschule wurden 2007 bei Erdaushubarbeiten zur Errichtung eines Wohn- und Geschäftshauses die Überreste einer historischen Brücke entdeckt. Sie wurde im 18. Jahrhundert als Ersatz für eine ältere Holzbrücke mit Steinpfeilern über den Wallgraben vor dem westlichen Stadteingang der Reichsstadt errichtet.

Die Nordhälfte der "Spitaltor-Brücke"  konnte auf einer Länge von ca. 25 Metern restauriert werden und drei Brückenbögen, das alte Pflaster und der Ansatz der Brüstungsmauer können besichtigt werden, sind jedoch im entstandenen Neubau integriert. Die restliche Brücke fiel einem Kanalbau um 1870 zum Opfer.

Hinter der bereits erwähnten Musikschule in der Schultesstraße können wir ein weiteres Überbleibsel aus alten Zeiten entdecken.  Der Schalenturm der alten Stadtmauer stammt noch aus Teilen eines 1367 gestifteten Karmelitenklosters, welches bis 1542 an dieser Stelle erbaut war. Der Turm wurde während des Markgräfler Krieges ca. 1553/1554 jedoch stark beschädigt.

Um den sog. "Jungfernkuss" rankt sich eine alte schauderhafte Legende. Im Spätmittelalter soll in diesem Turm eine eiserne Jungfrau gestanden haben.

Die Karmeliten sollen der Sage nach hier grausam die Delinquenten in einem geheimen Strafprozess abgeurteilt und dann der Strafe zugeführt haben. Beim "Kuss der Verurteilten" mit der eisernen Jungfrau wurden diese praktisch von scharfen Schwertern enthauptet und fielen in den Wassergraben unterhalb des Turmes.

Der "Jungfernkuss" ist leicht zugänglich. Das restaurierte Gemäuer bildet den Mittelpunkt und die teilweise Begrenzung des neu angelegten Parks auf dem Gelände des Alten Friedhofes.

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