Kunsthalle Schweinfurt

Kunsthalle Schweinfurt
Kunsthalle Schweinfurt

Das von dem Schweinfurter Industriellen Ernst Sachs gestiftete Hallenbad (erbaut 1931/33) bildet mit seiner neusachlichen Architektur und seinem großzügigen Raumzuschnitt ein ideales Gebäude für die neue Kunsthalle Schweinfurt. Sie liegt zentral am westlichen Rand der Altstadt.

Im Zusammenwirken mit dem Theater der Stadt entstand ein attraktiver kultureller Anziehungspunkt. In der Kunsthalle Schweinfurt werden unter dem organisatorischen Dach der Museen und Galerien alle musealen Einrichtungen und Initiativen zur Kunst des 20./21. Jahrhunderts zusammengefasst. Unter Berücksichtigung der städtischen Sammlungen zur deutschen Kunst nach 1945, der Exponate des Kunstvereins Schweinfurt und der Dauerleihgabe der Sammlung Joseph Hierling mit Werken des Expressiven Realismus aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen lassen sich wesentliche Entwicklungsstränge der deutschen Kunst auf knapp 2.200 Quadratmetern repräsentieren. Die Stadt vollzieht mit dieser Maßnahme einen weiteren Schritt in ihrem historischen Wandel von einem reinen Industriestandort hin zu einer Stadt der Vielfältigkeit und breiten Chancen.

Außerdem werden die ständigen Sammlungen durch vier bis fünf Wechselausstellungen ergänzt und bereichert. Kernstück ist hierbei die große Halle im Erdgeschoss, die ganz bewusst in ihrer Gestaltung einfach gehalten wurde, um dem Raum Ruhe und Konzentration zu geben. Der großartige Ausstellungsraum mit seiner beeindruckten Hängefläche kann aber auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden.              

Die Realisierung
Bis zur Fertigstellung im Mai 2009 betreute das Büro Dr. Ropertz & Partner erfolgreich die Realisierung, die aus Mitteln der EU, des Freistaats Bayern, der Bayerischen Landesstiftung und des Bezirks Unterfranken gefördert wurde.

Auf drei Ebenen und rund 1.800 qm wird seitdem ausgestellt, 150 qm Platz erhielt die Museumspädagogik und 145 qm der Kunstverein Schweinfurt e.V.
Im Erdgeschoss sind die Dauerpräsentation der Sammlungen der Stadt Schweinfurt und der Dauerleihgaben des Kunstvereins Schweinfurt e.V. zu sehen. In der Erdgeschosshalle und dem Innenhof werden Wechselausstellungen und Skulpturen sowie kulturelle Veranstaltungen platziert. Das Untergeschoss beherbergt Werke deutscher Kunst der Zwischenkriegsjahre und der Umgang unter dem Innenhof Wechselausstellungen aus den Bereichen Gemälde und Grafik. Darüber hinaus finden Besucher im Foyer neben dem Kassenbereich einen Museumsshop.

Gewesen und Geworden

Anlässlich seines 60. Geburtstages schenkte der Industrielle Ernst Sachs (1867-1932) das 1933 fertiggestellte Schweinfurter Volks- und Hallenschwimmbad. Der repräsentative Vorplatz und die Anordnung des Solitärbaus unterstreichen die zur Bauzeit gewollte Ausrichtung zur Industrie und den neuen Baugebieten im Westen der Stadt. Die Luftangriffe vom Februar und August 1944 führten zu schweren Beschädigungen und führten zur Schließung des Bades. Nach gründlicher Erneuerung wurde es im Rahmen eines Festaktes im November 1949 wieder eröffnet. Bis etwa 1956 fand das Gebäude zumindest teilweise erstmals Verwendung als Kultureinrichtung, nämlich als Sitz des Amerika-Hauses, das einen Film- und Lesesaal sowie Büros beherbergte. Bereits 2003 entschied sich der Stadtrat für die Umnutzung als neues Domizil für die städtische Galerie. Die endgültige Einstellung des Badebetriebs erfolgte dann im August 2004. Die charakteristischen, schon zur Bauzeit bestimmten Raumelemente bleiben in der Kunsthalle erhalten. Der Innenhof ist für den Besucher in den Sommermonaten frei zugänglich. Die Kunsthalle gliedert sich in drei Ausstellungsbereiche, deren Kernstück die große Halle im Erdgeschoss bildet. Helle Wände und Decken, deren Übergänge durch homogene Lichtführung fließend erscheinen, fassen die Räume; ein massiver Steinboden sorgt für die erforderliche horizontale Gliederung der Innenbereiche.

Kunst findet Stadt

Architektonische Highlights - Historische Aufnahmen

Mit der Eröffnung der Kunsthalle finden die langjährigen Bemühungen, Schweinfurt in Franken zu einem Kompetenzzentrum auch für die Kunst der klassischen Moderne bis hin zur Gegenwartskunst werden zu lassen, ihren sichtbaren Ausdruck.

Das von dem Schweinfurter Industriellen Ernst Sachs gestiftete und 1931 bis 1933 nach Plänen von Roderich Fick gebaute Hallenbad stellt in seiner neusachlichen Architektur eine ideale Hülle für die neue Kunsthalle dar. Nach dem von Prof. Hartwig N. Schneider geplanten und unter der Leitung von Dr. Ropertz & Partner ausgeführten Umbau werden auf knapp 2.200 Quadratmetern in zwei Geschossen die städtischen Kunstsammlungen, die Exponate des Kunstvereins Schweinfurt und die Sammlung Joseph Hierling ausgestellt. Diese Dauerpräsentationen werden durch vier bis fünf Wechselausstellungen im Jahr ergänzt und bereichert.

Ausstellungen

Diskurse - Deutsche Kunst nach '45
 
Seit 1984 gibt es in Schweinfurt eine Galerie für zeitgenössische Kunst. Im Mai 2009 kann zum 25. Jubiläum die neue Kunsthalle im ehemaligen Ernst-Sachs-Bad bezogen werden.

Dazwischen liegen erfolgreiche Aufbaujahre, in denen insbesondere die Geschichte der Kunst in Deutschland nach 1945 durch wechselnde Ausstellungen und den Erwerb zahlreicher wichtiger Kunstwerken nachgezeichnet wurde. Neben der Auseinandersetzung mit nationalen und internationalen Strömungen der zeitgenössischen Kunst wurde dabei stets auch das qualitätvolle Kunstschaffen aus der Region im Auge behalten. In der Dauerpräsentation tritt eine Auswahl von rund 150 Werken von Altschäffel bis ZEN 49 in einen spannenden Diskurs ein und fordert den Betrachter zugleich zur Teilnahme daran auf.

Expressiver Realismus - Sammlung Joseph Hierling
 
Die Kunst des expressiven Realismus wurde nach 1945 in die sogenannte Provinz abgedrängt. Realistische Darstellungsweisen setzte man im Kalten Krieg mit sozialistisch gleich und sie galten im Westen politisch als verpönt.

In den letzten Jahren hat sich der Blick wieder verstärkt dieser verschollenen Generation der Künstler zwischen den Kriegen zugewandt und definiert deren Part in der Geschichte der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts neu. Die als Dauerleihgabe gezeigte Sammlung Joseph Hierling spielt in diesem Diskurs eine sehr wichtige Rolle und schafft mit ihren Exponaten zugleich eine Klammer zwischen dem Museum Georg Schäfer, das sich insbesondere dem 19. Jahrhundert widmet, und dem Kernbestand der Kunsthalle Schweinfurt mit vorwiegend Werken deutscher Kunst nach 1945.

Infos
Kunsthalle Schweinfurt im ehemaligen Ernst-Sachs-Bad
Rüfferstraße 4
97421 Schweinfurt

Fon: 09721 - 514733, Fax: 09721 - 514749
Kasse: 09721 - 514721
E-Mail:  info(at)kunsthalle-schweinfurt.de
www.kunsthalle-schweinfurt.de

Öffnungszeiten:
Täglich: 10:00 bis 17:00 Uhr, Donnerstag: 10:00 bis 21:00 Uhr, Montags geschlossen
Jeder 1. Donnerstag im Monat freier Eintritt!

Faschingsdienstag, 24., 25. und 31.12. geschlossen.

Eintrittspreise:
Eintritt: 5,- €
Ermäßigter Eintritt: 3,50 €
Kleingruppenkarte 1: 4,- €
(1 Erwachsener und bis zu 3 Kinder unter 18 Jahren)
Kleingruppenkarte 2: 8,- €
(2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder unter 18 Jahren)
Öffentliche Sonntagsführung zuzüglich Eintritt: 1,50 €
Audio-Guide: 2,- €

Themenführungen für Erwachsene, Kunstnachmittag für Senioren und andere jeden 3. Dienstag im Monat um 15 Uhr, kunstpädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche zu speziellen Themen, regelmäßige Sonntagsführungen um 11 Uhr werden angeboten. Information unter Tel. + 49 (0)9721-51 4744.

Für Mitglieder des Kunstvereins Schweinfurt ist der  gegen Vorlage eines Mitgliederausweises frei.

Mit einem Aufzug sind sämtliche Ausstellungsräume barrierefrei zugänglich!

 

 

Schweinfurter Museums-Service MuSe,
die zentrale Service-Stelle für die Vermittlung in den Museen und Galerien, hat nun sein neues Domizil im unteren Bereich des Arkadenbaus. Das Herzstück darin ist die Kunstwerkstatt. Ausgehend von der Begegnung mit den Originalen werden die Besucher in einem lebendigen Zusammenspiel von Informationsvermittlung, Gespräch und Eigeninitiative an künstlerische Konzepte, Techniken, Ausdrucksformen und Inhalte herangeführt. Besonderes Augenmerk wird auf die spielerische, kreative und gestalterische Auseinandersetzung der Kinder, Jugendlichen aber auch Erwachsenen mit den musealen Inhalten gerichtet.

Fon: +49 (0)9721-51 215
Fax: +49 (0)9721-51 320
E-mail: friederike.kotouc(at)schweinfurt.de

 

Kunstverein
Der 1986 gegründete Kunstverein Schweinfurt e. V. ist der Förderverein der städtischen Museen und Galerien. Er plant in seinen eigenen Räumen im Obergeschoss thematische Ergänzungen zu Ausstellungen in der Kunsthalle sowie Werkschauen von Künstlermitgliedern. Außerdem wird er Vorträge anbieten.

Teilen: